Fragenkatalog an die ppa/sandhügel/Fallmanager :idea:

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Re: Fragenkatalog an die ppa/sandhügel/Fallmanager :idea:

 ·  Gepostet: 02.07.2006 - 16:11 Uhr  ·  #177
bulgarien?
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Re: Fragenkatalog an die ppa/sandhügel/Fallmanager :idea:

 ·  Gepostet: 07.07.2006 - 10:18 Uhr  ·  #178
4: Deutschland und seine Verbände! Wer hat die Macht im Staat?

Eigentlich wollte ich das am beispiel der Pharmabranche veranschaulichen, aber aus aktuellem anlass widme ich diesen beitrag Jürgen Klinsmann und dem DFB.

War das nicht eine tolle WM? großartig. die deutsche mannschaft hat auch allerorten großes lob eingefahren. mir hat das ganze sehr gut gefallen.

aber was hat der klinsmann eigentlich anders gemacht als seine vorgänger? 1990 hatten wir eine geniale mannschaft mit einem Lothar Matthäus in der Form seines lebens. der war ja dann auch zweimal weltfussballer des jahres. klinsi, völler und noch einige andere ausnahmespieler standen zudem im kader. ich denke, mit dieser mannschaft wäre beinahe jeder trainer weltmeister geworden. aber das ausscheiden von brasilien gegen frankreich hat mich eines besseren belehrt.

klinsmann hat sich so manches erlaubt, was man im verband als majestätsbeleidigung bezeichnen könnte. vor seiner zeit war es üblich, daß die verbandsoberen gemeinsam mit den spielern in einem quartier untergebracht waren. nun, klinsmann hat die funktionäre ausquartiert und somit ein wenig druck von der mannschaft genommen. funktionäre haben oft die unart, daß sie sich im glanz der spieler sonnen wollen. das erinnert mich an das foto vom empfang der Medalliengewinner von 1992. in vorderster front standen da die funktionäre. die sportler hat man genauer suchen müssen. die wurden in den hintergrund gedrängt. ich denke, hier hat sich klinsmann ein paar feinde gemacht. wenn sich die gelegenheit bietet werden diese zurückschlagen.
außerdem hat er neue trainigsmethoden eingeführt, sowie mental und fitnesstrainer eingestellt. wir deutsche sind harte männer, eigentlich brauchen wir sowas ja nicht. das ist was für weicheier. aber der erfolg gibt ihm recht. das war sein zweiter fehler. er hatte etwas neues gewagt und erfolg damit. zwar nicht den maximalen erfolg, aber die richtung ist eindeutig richtig.
bei der besetzung des sportlichen direktors konnte er seinen wunschkandidaten nicht durchsetzen. stattdessen hat man Matthias Sammer genommen. der ist pflegeleicht und leicht zu beeinflussen. im dfb konnte man einfach nicht über seinen schatten springen und jemanden einstellen, der nicht im fussball groß geworden ist. man hat vergessen, das leiten von solchen bereichen ist zum großen teil auch handwerk, und das will gelernt sein.
wie man ideen und strukturen umsetzen/verändern kann will gelernt sein. da ist es egal ob derjenige aus dem fussball kommt oder nicht. man sollte da keine idoelogischen scheuklappen besitzen. ich denke in der dfb-zentrale ist es in der EDV-Abteilung egal ob jemand früher ein erfolgreicher fussballer war oder nicht. das kann man ruhig mal auf andere abteilungen übertragen.
aber was erreicht man mit der besetzung eines sportlichen Direktors Sammer?
man hat jemand wohlgefälligem einen posten verschafft. der steht gewissermassen in einer bringschuld. offiziell ist er unabhängig.
was passiert eigentlich, wenn man posten nach gesinnung oder parteibuch vergibt? es entsteht ein sumpf oder amtsfilz. man kann das immer dort beobachten, wo eine partie lange zeit(>20 Jahre) ununterbrochen an der Macht war. in dieser zeit wurden viele posten nach gesinnung vergeben. die verwaltung ist also stark einseitig gefärbt. nehmen wir mal die SPD als beispiel. viele spd-ler sind auch gewerkschaftsmitglieder oder gar funktionäre in selbiger. somit entsteht mit der zeit ein gewerkschaftsfreundliches klima in der verwaltung. die Gewerkschaft bekommt macht und einfluss in die verwaltung. auf die alten seilschaften kann man sich eben verlassen.
ebenso läuft es bei der CDU, wobei hier die Mietglieder meist aus arbeitgeber- oder handwerksverbänden kommen. hier entsteht ein vollkommen anderes klima. aber es entstehen auch wieder einflussbereiche der verbände. auch hier funktionieren die alten beziehungen.
kommt es zu einem regierungswechsel, dann muss die neue regierung oftmals gegen den beamtenstab der alten regiere. da bleibt dann halt viel in der bürokratie hängen. reformen werden verschleppt oder schlichtweg todverwaltet.
das ist auch das problem von klinsmann. er muss gegen den alten apparat arbeiten. das kann auf dauer ganz schön anstrengend sein. die herren funktionäre können sich ja auf ruhigem Polster ausruhen und die angelgenheit aussitzen. allerdings ist momentan der öffentliche druck sehr hoch und die sympathiewerte für unseren bundestrainer enorm hoch. aber das kann sich auch ändern. 2-3 schlechte spiele und der wind kann sich drehen. das ändert nichts daran, daß der weg richtig ist. aber man kann dann die stimmung ausnutzen oder noch zusätzlich anheizen um ihn dann abzusetzen.
Es gibt viele Bereich in der öffentlichen Verwaltung, wo das so funktioniert.

Im gesundheitswesen ist es der pharmaverband, der immer mit der angst spielen kann. es wird immer wieder auf den armen geplagten patienten verwiesen, dessen wohl das wichtigste ist. wie kann das sein? die medizinische forschung in deutschland ist international nicht von bedeutung. wir haben nach den USA die höchsten ausgaben für gesundheit und bekommen doch nur eine mittelmäßige versorgung bescheinigt. klar, unser rettungswesen ist erstklassig und so manches ist schon besser als in den meisten anderen ländern. aber ein rettungswesen ist zum großen teil auch eine frage der organisation und nicht alleine eine frage der mediziner. eine fehlerfreie wartung der rettungswagen ist mindestens ebenso wichtig wie die ausbildung der Sanitäter. was nützt der beste Sani, wenn er mit motorschaden liegenbleit! dennoch kann man auch hier viel geld einsparen. aber da gibt es ja die vielen verbände. das DRK wird nicht freiwillig seine reviere in diesem bereich aufgeben. aber kostenbewusster arbeiten wollen manche auch nicht. das richtet sich jetzt nicht gegen die ehrenamtlichen helfer, deren arbeit ich aufs höchste zu schätzen weiß. nein, es ist wieder das besitzstandsdenken von einigen funktionären welches mich ankotzt/stört. eine veränderung ist nicht gewollt. da wird dann eben auf entscheidungsebene blockiert. Die Bedeutung eines funktionärs richtet sich ja auch nach seinem Haushalt und je größer dieser ist, desto bedeutender ist man. wieso sollte man dann von seiner macht etwas abgeben? sowas fällt sehr schwer.
ein verband hat ja im parlament auch ein vorsprachsrecht. damit kann man politischen einfluss nehmen. reformer haben so etwas nicht. man hat also nicht den einfluss eines verbandes. aus diesem grund muss man eben selbst einen gründen. dann klappt es auch. aber verbandsarbeit ist teuer. ich selbst arbeite auch ehrenamtlich in einem unternehmerverband. das ist viel und harte arbeit, oftmals vergeben liebesmüh. aber es scheint der einzige weg zu sein. wer einen besseren kennt, der soll sich bitte dringend bei mir melden.
wir haben also ein kostenintensives medizinisches system, welches höchst anfällig für korruption ist und gelder unnötig verschwendet. unsere bundesregierung hat deshalb auch eine reform beschlossen. experten wurden gehört und vieles erörtert. aber was ist passiert? die beiträge werden steigen und die steuern werden erhöht. sieht so eine reform aus? irgendwie will ich das nicht verstehen. aber es zeigt doch wieder recht deutlich, das hier die interessensverbände erfolgreich gewerkelt haben.
aber lasst es euch gewiss sein, man melkt die kuh nur solange, bis sie umfällt. darum lasst es euch gesagt sein: von mir aus können die beiträge noch weiter steigen, ja, sie sollen sogar noch viel mehr steigen! irgendwann wird auch der letzte bemerken, daß hier etwas faul ist. spätestens dann, wenn man kein geld mehr für andere sachen hat. ich finde schon, das system gehört reformiert. wir alles sollten mal wieder wissen wieviel eigentlich eine ärztliche behandlung kostet, wieviel medikamente kosten und was für kosten man sonst noch hat. ist ja auch sehr einfach, wir bekommen ja fast alles auf rezept. die zuzahlungen sind lächerlich. vielleicht würde es genügen, wenn die krankenversicherung nicht mehr automatisch vom lohn abgezogen wird, sondern jeder selbst die überweisungen macht! es gibt viele einfache ideen in diesem bereich. aber gegen jede idee gibt es midenstens einen interessensverband. nur, wer geht dagegen an? wer macht sowas freiwillig? daran verdient ja auch niemand etwas. schlimmer noch, es wird sogar geld gespart! das muss verhindert werden, also machen die verbände druck. am besten läuft halt immer noch das geschäft mit der angst. also schwingt man wieder die arbeitsplatzkeule, malt epedemien aus und eine kranke gesellschaft wird prognostiziert.
Verbände machen Druck und können meinungen repräsentieren. aber wer repräsentiert die meinung der bevölkerung? keiner, nur die verbraucherschützer. aber die stempelt man ja als arbeitsplatzvernichter dar.
bei soviel lärm und komplexität, da traut man sich als politiker doch nicht sich gegen verbände zu wehren. es ist auch viel einfacher dem druck nachzugeben. das kann ich verstehen, das ist absolut menschlich.

die macht in unserem staat liegt eindeutig bei den bedenkenträgern und den verbänden und nicht bei den politikern. uns fehlen mutige politiker und solche denen man vertrauen kann oder will. erst dann wird sich in diesem land etwas verändern.

ich möchte diesen Teil mit folgendenm Spruch beenden:
Mann kann andere solange für dumm verkaufen, bis man bemerkt, das man selbst noch viel dümmer ist!

Demnächst: Teil 5, wie mache ich Karriere in der Politik
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Re: Fragenkatalog an die ppa/sandhügel/Fallmanager :idea:

 ·  Gepostet: 13.07.2006 - 10:07 Uhr  ·  #179
Quod licet Jovi, non licet bovi.
(Was dem Jupiter erlaubt ist, das ist dem Ochsen noch lange nicht gewährt) :evil: :x

Auf gut deutsch, was der Chef darf, das darf der Angestellte noch lange nicht!

Gewisse Herren dürfen sich ruhig angesprochen fühlen. Haben Sie das gehört Herr Sandhügler?

Zitat
Das seltsame Rechtsverständnis des Europäischen Gerichtshofs

Florian Rötzer 13.07.2006
Die ehemalige EU-Kommissarin Cresson hat Gelder veruntreut und gegen Verpflichtungen verstoßen, aber Strafe, so das oberste Gericht der EU, müsse nicht sein, weil sie bereits durch das Bekanntwerden ihrer Verfehlungen genug bestraft worden sei

Quelle: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/23/23089/1.html

Entsprechend dieser Logik dürften die Vorgänge rund um die Auftragsvergabe an die PPA keinerlei nachspiel haben. Der verantwortliche müsste also mit dem Stigma einer eventuellen Unregelmäßigkeit leben. Mehr dürfte also nicht passieren.Nur zu blöd, daß in diesem Falle der Zuständige auch gleichzeitig Verantwortliche für die Aufarbeitung der Vorgänge ist. Hier wird der sprichwörtliche Bock zum Gärtner gemacht!

Das ist ein Skandal ohnegleichen. Hierdurch wird das Rechtsempfinden der Bevölkerung aufs gröbste missachtet, sowie der Politikverdrossenheit als auch der Bereitschaft zur Stimmabgabe an radikale Parteien Vorschub geleistet.
Vertrauen erwirbt man sich auf andere Weise!

Denken Sie mal darüber nach Herr Sandhügler.
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Re: Fragenkatalog an die ppa/sandhügel/Fallmanager :idea:

 ·  Gepostet: 19.07.2006 - 12:34 Uhr  ·  #180
Bauernopfer

Hallo Sandhügel.

Es ist wieder Bewegung in der Affäre rund um die PPA gekommen. Meinen Sie nicht, daß Sie da ein wenig über das Ziel heraus geschossen sind? Sie sollten mal in diesem Forum den Beitrag zu "Blindem Aktionismus" und "Pontemkinsche Dörfer" lesen. Sie sind der politische Verantwortliche für die Ganze Sache und sollten nicht von eigenen Versäumnissen ablenken!

Aus aktuellem Anlass werde ich Teil 5 nicht mit der politischen Karriere beglücken, sondern mit der Rolle von Bauernopfern.


http://www.frankfurter-rundsch…cnt=931293

http://www.echo-online.de/sued…?id=388839

http://www.morgenweb.de/region…6fe84f75ec
 
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